Subject: Re: Realname vs Pseudonym - Eine längere Stellungnahme (II.) Date: Fri, 28 Apr 2000 00:02:10 +0200 From: Erik Meltzer To: knorko-mat Moin! Da fällt mir grad so auf, daß ich Dir noch ne Antwort schulde... Drastisch zusammengekürzt, weil in meinem Hirn nicht mehr präsent: knorko-mat wrote: > Erik Meltzer schrieb: > > knorko-mat wrote: > > > Erik Meltzer schrieb: (Nur der Vollständigkeit halber.) > > schnurz -- es ist unlesbar, also wird's nicht gelesen. > Also, mal ganz klar: "unlesbar" war's nicht! Nicht ohne Anstrengung lesbar, die IMHO den möglichen Gewinn durch das Lesen überstieg. > > > ... und machte aus der Übertragung "ungenügende Form => > > > schwachsinniger Inhalt" auch gar keinen Hehl. > > ... Ungenügende Form => Mangel an Motivation, sich mit dem > > Inhalt näher zu befassen. Das trifft's wohl eher. > Trifft's genausowenig! Inwiefern? Ich weiß, eigentlich sollte es in einer idealen Welt (tm) nicht so sein -- aber diese ist keine solche, und es ist so: was nur mühsam zu lesen ist, wird kaum gelesen. Vergleiche Websites mit zu kleiner Schrift auf kontrastreichem Hintergrund. > > Das hat erstens nichts mit dem zu tun, was ich da schrieb > > (es ging um Realnamen, nicht um E-Mail-Adressen) > 'Tschulljunk! Ich dachte, es ginge um "Realname" als Bestandteil der > E-Mail-Adresse. Ich bin jetzt, offen gestanden, etwas irritiert. In klaren Worten: Deine E-Mail-Adresse kann so nichtssagend sein, wie sie will (solange sie funktioniert). Statt einer fiktiven erik.meltzer@informatik.tu-braunschweig.de, die wirklich einiges verriete, ist eine ermel@gmx.de oder eine fiktive blubb@yahoo.com, die nun gar nix mehr aussagt, genauso statthaft. Aber außer ihr gehört -- gemäß Netiquette -- eben auch der vollständige Realname in den Header. > Vielleicht diskutieren wir hier aneinander vorbei: Ist denn die ganze > "Realnamen"-Geschichte nicht auf's engste mit dem Thema "Vermeidung > unerwünschter physischer Auffindung" verbunden? Nach Ansicht der Pseudos: ja. Was aber IMHO kurzsichtig ist, weil anhand der anderen Header (NNTP-Posting-Host z.B.) meist eine Lokalisierung des Posters auch ohne Realnamen gelingt. > Ja, und eben gegen diese "Freiheit" polemisiere ich! ^^^^^^^^^^^ *eg* > Jeder, der die > allernormalste, allerverständlichste Sache der Welt will: Dieses Medium > "Net" in seinen vollen (und bis dato einzigartigen!) Möglichkeiten > nutzen, muss irgendwelche Extrafaxen anstellen, wie z.B. diesen > Remailer-Quack! Ich bin wütend darüber, dass das Remailing nicht der > *unmarkierte* Fall ist, will sagen dass, wer *nicht* remailt, eine > abstrakte "Begründungspflicht" habe! Tja. Deine Meinung in allen Ehren, aber dann ist de.* eben der falsche Ort für Dich. Denn hier wünschen sich eben die meisten etwas anderes. > > Es gibt halt Leute, die diese Art von Geheimniskrämerei nicht mögen ... > Von "Geheimniskrämerei" wäre aber m.E. nur dann zu reden, wenn > Desinformation planvoll betrieben wird zum Zwecke der Etablierung oder > der Reproduktion eines MACHTverhältnisses. Ich halte diese Einschränkung auf den Zweck für willkürlich. > Teilnehmer, die sich zur "RNF" rechnen, machen nichts weiter als eine - > erklärliche, gleichwohl untunliche und letzten Endes alles vermasselnde > - *Übertragung* mit nachgeschalteter Katharsis: Sie sehen gewissermaßen > im Net, in sozial-kommunikativer Hinsicht, eine "Fortsetzung des 'RL' > mit anderen Mitteln" Mag sein. Aber was maßt Du Dir an, zu behaupten, das "vermassle alles"? Nur weil Usenet eben nicht Deinem fiktiven Ideal eines identitätsfreien Raums entspricht, also Deine Träume vermasselt, sprichst Du ihm jeden Sinn und jede Daseinsberechtigung in der real existierenden Form ab. Aber die hat sich bewährt, und das seit viel längerer Zeit, als Du oder ich es kennen -- also müssen IMHO wir uns an den herrschenden Zustand anpassen, wenn wir es nutzen wollen, und nicht Usenet an unsere Ideen. > Und jede > Desinformation - die sie im "RL" zu schlucken dressiert worden sind - > wird, im vermeintlich "vollen Recht", verklagt. Und beim Verklagen > offensichtlich nicht "echter" Namen im Absender handelt es sich > natürlich um einen Stellvertreterkrieg *Verklagt*: Nein. Als ITHO (their) unhöflich verrufen, ja. Evtl. geplonkt, ja. Und? Wo ist Dein Problem? Das ist freie Meinungsäußerung, nichts weiter. > wenn sie, ohne Einzelfallprüfung, ohne Belege, *aus > Prinzip* erst einmal allen unter Allonym geposteten Beiträgen quasi die > Beweislast aufbürden, alles mit dem Verweis auf Quatschtexte; aber: > diese Quatschtexte beziehen ihr > Quatschtext-Sein doch nicht aus der Tatsache , dass sie unter Allonym > gepostet wurden. Und die wie auch immer signifikante Korrelation > zwischen Quatschtext-Sein und Allonym-Absender beweist nichts als sich > selbst. Sie will ja auch nichts anderes beweisen. Sie dient i.allg. als Argument dafür, daß: 1. es das gute Recht eines jeden Lesers ist, zu filtern, was er gerne filtern möchte; 2. es, wenn man gern deutlich weniger Quatschtexte läse, es ein erprobtes Mittel ist, auf Pseudos zu filtern; und daß deshalb 3. es dem eigenen Gelesen-Werden dienlich ist, eben nicht unter Pseudo zu schreiben, weil viele wegen 1. und 2. eben auf Pseudos filtern. Deswegen ist das ein Kontra-Pseudo-Argument: die normative Kraft des Faktischen, die sich nicht wegdiskutieren läßt. > Eine ähnliche Korrelation ließe sich für "RN"-Adressen korr. > Quatschtext aufmachen. Zweifel. Wenn, wie Pseudofilterer sagen, 90% der Pseudos Quatsch schreiben, bedeutete Deine Behauptung, daß auch ein vergleichbar hoher Prozentsatz Realos Quatsch schreiben müßte und das ergo der Quatschanteil in de.* bei deutlich über 50% liegen müßte. Tatsächlich liegt er IMHO deutlich unter 20%. Dreh und wende es, wie Du willst: Du wirst weniger Quatsch bekommen, wenn Du Pseudos filterst. > Das ganze steht und fällt doch , und ich glaube, > da kannst Du mir zustimmen, damit, WIE, GENAU, die Kriterien beschaffen > sind, vor denen Postings "Schrott", "Indiskutabel" usw. werden! Und DAS > diskutieren hieße die Welt diskutieren - und das tu ich gern, ist hier > aber wohl doch eher OT, nich? :-) Natürlich. Aber es gibt da schon ein paar Kriterien. Lesbarkeit, Flamebarkeit, Offtopicizität ;-) ... das sind zwar nicht 100% objektiv bewertbare, aber auch nicht 100% subjektive Kriterien. Und bei denen schneiden Pseudos i.d.R. eher mau ab, warum auch immer. > > > Was sind dann jetzt "Netzbekanntschaften" bitte? Sind das jetzt solche, > > > denen ich auch physisch begegne? > > Physisch, telefonisch, schneckenpostalisch... > Also gut, sei's drum. Ich möchte aber dafür werben, dass ebendies > ("Netzbekanntschaften") nicht Mittelpunkt und Hauptzweck des Net sei, > sondern sagen wir Möglichkeiten zweiter Ordnung, Parerga halt; und dass > weder die grundlegende Struktur noch das Netiquette-Design diese > Nebensache zur Hauptsache werden lasse. Es ist eine Nebensache, aber eine wichtige. IMHO. Werbe nur, aber mir sind diese Kontakte wichtiger als das kleine Stück Anonymität, das ich durch Angabe meines Namens verliere. > > Und ja, ich nenne jemanden, der sich mir unter falschem Namen vorgestellt hat, einen Lügner. > Irgendwie MUSS es doch zu schaffen sein, sich das Leben zur Hölle zu > machen, wa? Nö, deswegen wird's keine Hölle. Aber wie würdest Du jemanden nennen, der sich Dir -- notabene im RL -- als Joyrider oder Mel Gibson oder auch Gubblick vorstellt, obwohl er bloß Hans Meier heißt? > > > > ... und sich deren Vertrauen zu verscherzen. > > > ... Vertrauen ist, wo wenn es einer *sagt*, > > > isses weg, und pure Ideologie bleibt übrig. > > Den (...) Satz kann ich nicht parsen. > Entweder Du bist Linguist oder Programmierer - wo käme sonst das > "parsen" her? (Neinnein, nicht sagen!) Warum nicht sagen? > Was ist Zucker? "Zucker ist, wenn man vergisst, ihn in den Kaffee zu > tun, dann schmeckt's nich." An dieser Art absurder Spaß-Definition habe > ich mit meiner Vertrauen-Definition Maß genommen. Okay, dann habe ich sie bloß nicht verstanden. Asche auf mein Haupt; aber nicht übermäßig viel, denn Du erkennst, daß solche Definitionen Wissen (oder auch Meinungen) voraussetzen. Ein Beispiel: "Wasser ist, wenn das im Motor ist, ist es öde." Als Nicht-Käferfahrer sicher nicht so ohne weiteres einsichtig. Genauso funktionieren Deine Definitionen nur, wenn Dein Gesprächspartner Kaffesüßer ist -- oder eben jemand, dem bei Gebrauch des Wortes "Vertrauen" selbiges abhandenkommt. Ich zähle mich zu keiner dieser Gruppen. > > > Wessen Ziel? (...) > > Na das der RNF, mit dem Realnamensgebot die Troll- und > > Elchdichte zu senken und/oder die verbleibenden deutlich > > filterbar zu kennzeichnen. > Mein lieber Mann, Deine Wortwahl, Deine Wortwahl! Geh' in Dich! Lass > ab!! Ich verwende -- wie IMHO die meisten Netizens -- die Begriffe "Troll" und "Elch" nicht in ihrem eigentlichen Sinn. Ähnlich wie auch "Spammer" nicht einen Hersteller von Preßfleisch in Dosen bezeichnet, so sind auch diese Begriffe nur als Eigennamen zu sehen. > > auch diese Gefahr für dramatisch überbewertet. Selbst in > > RL-Konflikten sind mir persönliche Angriffe ... > Was waren jetzt "persönlich Angriffe"? Beleidigungen? Hooligans zu > Hause? Virus gepostet? GeStaPo? Körperliche Gewalt. > > meist ... > also DOCH schon mal sowas erlebt? Klar habbich schomma eins aufs Maul gekriegt, nachdem ich selbiges nicht halten konnte. Wer nicht? > > -- Trolle und Elche ... > Bitte gewöhnt Euch diese infantile Benamsung Euch unliebsamer > Zeitgenossen schleunigst ab. "Idioten", "Scheißebauer", "Obsessive" - > alles zwar schon schlimm genug, aber wenigstens lässt es einen Weg ins > Menschliche offen! IMHO -- s.o. -- sind Deine Wörter erheblich schlimmer. > > D.h., er wird sich aller Voraussicht nach auch an die > > übrigen Regeln der Netiquette nicht halten wollen. > Der Schelm sitzt im Detail - wie immer! Hier in der Verwendung des > Wortes "übrigen". > Also bitte: An *welche* "Regel der Netiquette" hat unser fiktiver "er" > sich denn hier bereits nicht gehalten?? An die Regel "nix posten, was > vielleicht irgendwen zu Racheakten hinreißen könnte"??? Nö. Nochmal: wenn jemand die Netiquette bzgl. RN mißachtet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß er sie auch bzgl. anderer, als solches wichtigerer, Dinge mißachtet. Dinge wie "denk dran, daß am anderen Ende ein Mensch sitzt", "teile etwas Neues mit", so'n Zeug. Da man aber auf diese Dinge schlecht bis gar nicht automatisch filtern kann, macht man sich diese Korrelation zunutze und filtert eben auf Nicht-RN. > > > ist also selber schuld, wenn er Ärger kriegt - was schreibt er auch > > > solche Sachen!"? > > Nö, das nicht. Ich möchte keinesfalls einem eventuellen > > Angreifer das Wort reden -- ich verabscheue Gewalt. > Sag' mal, geht's noch 'n bisschen verblasener?! Von "Gewalt" war > überhaupt (von meiner Seite wenigstens) nicht die Rede. Mißverständnis. Warum dann die Angst vorm physischen Gefundenwerden? [Menschsein snipped] > > Aber ... > "Schon faul!"(zit. nach K.Kraus) Vergeigt, Erik! Geschmackssache. > > Denn für seine Meinung allein wird man nicht angegriffen;(...) > HA! HA!! HA!!! Zumindest nicht körperlich. > > Aber, s.o.: wer soviel Angst vor Rache hat, ist sich bewußt, > > daß seine Postings Rachelust erzeugen werden. Und solche > > Postings mag ich nicht lesen -- zum Mich-Ärgern ist mir > > meine Zeit zu schade. > Da hättest Du dann jetzt auch schreiben können, zum *Leben* sei Dir > Deine Zeit zu schade. Naja, mögen immerhin Deine Wegseh-, Weghör- und > Maulhaltfähigkeiten weiter entwickelt sein als meine... Moment: ich hab ja nichts gegen abweichende Meinungen. Das siehst du ja schon daran, daß ich in d.s.n.u. und mit Dir diskutiere. Insofern prallt der Vorwurf, gutentwickelte "Wegseh-, Weghör- und Maulhaltfähigkeiten" zu haben, an mir ab. Was ich sagen wollte, war, daß, wer Angst vorm Gefundenwerden hat, sich vermutlich bewußt ist, daß andere ihn aufgrund seiner Postings finden wollen könnten (um ihm dann was auch immer anzutun). Und das bedeutet, daß seine Postings ziemlich flamebar sein werden. Und die mag ich eben nicht lesen. Natürlich ignoriere ich hier die Gefahr, daß geistesgestörte Mitleser mich wegen meiner -- rational vorgetragenen und begründbaren, also nicht-flamebaren -- Ansichten finden wollen könnten, ebenso wie die Möglichkeit, daß mir tatsächlich mal übel beleidigende Polemik (also auch in nicht-gestörten Lesern Rachelust erzeugende Postings) rausrutschen können (und vielleicht auch rausgerutscht sind). Das muß jeder mit sich abmachen. > > Ich wüte nicht. Aber ich stehe zu meiner Aussage: wenn ein > > Troll oder Elch einer Gruppe, einer Hierarchie oder gar > > (und man wird ja hoffen dürfen) dem Usenet Lebewohl sagt, > > dann ist das für die Verbleibenden gut. > Am allerbesten wohl (Achtung! Polemik!) gleich: Dem Leben Lebewohl sagt; > das muss dann ja "für die Verbleibenden" am aller-aller-allerbesten > sein! Nö, wieso? Vielleicht ist er ja im RL, im IRC oder sonstwo eine echte Bereicherung und bloß nicht kompatibel mit dem System Usenet. Sowas gibt's. > > > > Der Name ist abseits des persönlichen Umfelds das erste, > > > > was man gemeinhin von einem Menschen erfährt. > > > Gemeinhin. Aber - ich wünsche 's mir jedenfalls so sehr! - im Net ist > > > das anders! Warum darf das denn hier im Net nicht mal _anders_ sein als > > > gemeinhin? > > Dann geh doch mal nach alt.* und kuck Dir an, wovor wir > > Angst haben. Ich lese auch eine alt.*-Gruppe, da geht's > > noch... aber schon einige der rec.*-Gruppen, die ich so > > frequentier(t)e, sind nahezu unlesbar und verschwinden > > deshalb so allmählich wieder aus meiner Gruppenliste. > Was geht *mich* letzten Endes *Deine* Gruppenliste an... Nix. War ja auch nur illustratorsch gedacht. > Ich lese auch viele Gruppen und habe _cum grano salis_ 'ne ganze Menge > Spaß, erfahre viel Interessantes - und sollte's irgendwo mal zu sehr > durcheinanderpurzeln oder Verbalinjurien überhandnehmen, na, dann lass' > ich's halt. Eben. Und ich bin ziemlich froh, daß es einen Ort -- de.* -- gibt, wo i.d.R. alles gesittet und ordentlich bleibt. Und damit das so bleibt, argumentiere ich eben auch in d.s.n.u. pro Netiquette. > Ich diskutiere selten mit, mit meinen vielen > beyond-mainstream-Hypothesen. Strengt mich zu sehr an - du bemerkst, ich > schreibe keine 3-Zeilen-Postings. Auch das ist etwas, was mich (und auch andere) an Dir stört. 3 Zeilen, okay, das ist zu knapp, aber müssen es denn gleich 300 sein? Auch das Lesen von sowas strengt an. > Wie schon gesagt: Die einzige Net-adäquate Form des Mailens wäre das > defaultmäßige Remailing. Wer Details erfahren möchte, kann seinen > Mail-Gegenüber danach fragen. Betonung auf *wäre*. Okay, also ist es nicht adäquat. Für Dich. Take it or leave it. > > > > Dein Argument ist doch genau das der RNF, daß > > > > sich nämlich, wenn Allos akzeptiert werden, jeder jederzeit > > > > eine neue Identität basteln kann ... > > > Neien!! Einen neuen N A M E N ! Das, was Du (und eben zahlreichee andere > > > Diskussionsteilnehmer auch) "Identität" nennst, ist eine Fiktion, ein > > > ideologisches-demagogistisches Phantasma [...] > > Nenn es, wie Du willst. > Wegwisch! Wegputz! Wegfeg! Wenn ich von Dir nur den Namen kenne (was im Usenet ja die Regel ist), bedeutet ein neuer Name auch eine neue Identität -- in jeder relevanten Hinsicht. > > Wenn Du, Knorkomat, morgen als > > Lavatron postest, erkenne ich Dich nicht wieder (und > > erzähle in der Folge Dir dasselbe vielleicht nochmal). > > Darauf hab ich keinen Bock. > Den logischen Fehler in dieser Konstruktion wirst Du sicherlich beim > nochmaligen Lesen selbst finden, nich? Nö? Außer, daß wenn ich das nicht merke, ich auch nicht keinen Bock drauf haben kann. Aber das macht nix -- denn gesetzt den Fall, wir diskutierten über's selbe Thema wie vorher, würde der Namenswechsel mit daraus folgendem Nichterkennen und Nochmalerzählen redundante Informationsübertragung bedeuten -- und damit ist keiner Seite gedient. > > Die Chance, daß ich, Erik > > Meltzer, umgekehrt mal als Udo Bockelmann poste, ist > > geringer -- denn dann würde ich, meinen eigenen Normen > > gemäß, zum Lügner. > Den logischen Fehler in dieser Konstruktion wirst Du sicherlich beim > nochmaligen Lesen selbst finden, nich? Nö. > > Als erwachsener, "intellektuell bemühter" (klingt irgendwie wie > > politically correct für "beschränkt" :-) Mensch sollte man keine > > Überzeugungen haben? Dascha interessant. > Ja, denk ma an! "Der Weg zum Fundamentalismus ist mit Überzeugungen > gepflastert; Glaube und Gewissheit heißen seine Leitplanken; und der > Mittelstreifen ist mit Menschenblut gemalt." (S.Kendzia, neulich bei > Pizza-Peter) Von mir aus, und meinetwegen geb ich auch zu, daß ich vonn Herrn Kendzia und Pizza-Peter noch nie gehört habe. Und? Deswegen muß ich ihm doch nicht zustimmen. Ich habe diverse Überzeugungen -- von "Töten ist unverzeihlich" bis "Einkanalmotoren sind besser als Zweikanalmotoren" (schon wieder ein Käferfahrer-Insider). Und jede davon beruht auf eigener Reflektion und/oder Erfahrung, nicht auf dem Nachbeten irgendwelcher Vorbilder. Und da kann Herr Kendzia schreiben, was er will. > > Und ich habe durchaus nichts gegen Meinungsänderungen, aber > > ich muß mich, wenn ich mal wieder eine durchmache, deswegen nicht > > hinter einem neuen Pseudo verstecken. Der Erik Meltzer von 2000 > > vertritt vielleicht andere Ansichten als der von 1994, ja und? > > Dafür gibt's den Date-Header. Kein Kommentar? Übersehen oder ignoriert? Achso, hier kommt's... [...] > Stimmt. Habe nochmal nachgedacht. Ergebnis: Das mit dem "Morgen schon > kann ich auf etwas ganz Neues kommen ..." ist kein starkes Argument pro > Allonymie. Allerdings hatte ich's auch nicht so gemeint, wie Du es wohl > scheint's aufgegriffen hast; ich hatte _nicht_ an ein Verhalten á la > "Meinungsänderung => Allonymänderung" gedacht - aber ich hatte das > schlecht formuliert, entschuldigung. Formuliere es besser! > > Wenn Du aber auch Deinen Pseudo änderst, ist das wie ein > > Verleugnen aller Deiner bisherigen Postings. > Da haben wir's wieder, das schlechte alte "zu" etwas "stehen", diesmal > in seiner Negation: "verleugnen". Ich > stelle fest: Ich habe auf die in meinen Postings wiederholt geäußerte > Frage, WAS es denn, genau, auf sich habe damit, *keine* Antwort > bekommen, außer einer von I.Reichel, die sich dann aber doch nach 4 > Zeilen in einer Tautologie verhedderte. > Die Postings, die ich dann "verleugnete", sind und sind und sind in der > Welt, und ihr Inhalt ist ihr Inhalt ist ihr Inhalt! Und DAran änderte > sich nix, egal, was ich mit meinem Allonym machte! Ich wäre dann > lediglich "weg", "gone", "parti". Das > wäre, je nach Lage des Einzelfalls, wohl vielleicht unhöflich - allein, > der Inhalt meiner Postings bliebe derselbe. Ja -- aber warum wärst Du dann weg? Meine These, das könne daran liegen, daß Dir die alten Postings eben zu peinlich seien, als daß Du (und Deine neuen Postings) an ihrem Sinngehalt gemessen werden könntest (oder vulgo: weil Du aus den ganzen Filtern wieder rauswolltest), hast Du auch noch nicht widerlegt. > > Und was bringt > > Dich bitte zu der Ansicht, ich wollte mich mit etwas befassen, > > das du morgen spontan komplett verleugnen wollen könntest? > Ich habe diese Ansicht nicht. Kenne mich im FuturII Konjunktiv nicht so > aus. Ansonsten s.o. Ich kuck o., aber ich s. nix. :-) > > Sagst Du. Ich sehe das anders. Diese Art von Freiheit will > > ich nicht, und will ich auch nicht ausprobieren. Das haben > > andere vor mir getan, in alt.* und rec.*, in Chats und > > Webforen, und wenn ich mich da umkuck, schaudert's mich. Und? > > Ich kenne meine langjährigen Diskussionspartner, Brieffreunde, > > Netzbekanntschaften, nenn es wie Du willst. Ich weiß, worüber > > wir schon gestritten haben, wo wir einer Meinung sind und wo > > wir die abweichende des anderen akzeptieren. > muss heißen "respektieren" Okay, sue me. > > Das meine ich mit "kennen". > > Gut, geschenkt. > Warum dazu (zu allem, was Du beschrieben hast) aber der "wirkliche" Name > plus prinzipieller Lokalisierbarkeit so doll nötig sei, ist mir nach wie > vor nicht einsichtig. Eben weil, s.o., man den nicht ändern kann. Und weil, kennte ich Dich, knorko-mat, so wie diese Netzbekanntschaften, ich mir reichlich verarscht vorkäme, verschwändest Du plötzlich. Warum dann all diese Energie? > > > - Ich halte dagegen: Jeder Satz, jede > > > Einlassung zu irgend etwas, stehe für sich, mache also Sinn (oder > > > Unsinn) einzig aus sich selbst. > > Das sehe ich aber nicht so. Klar, es ist so, wenn man jemanden > > eben *noch nicht kennt*, und auf einer rein sachlichen Ebene > > ist da auch nix zu bemäkeln > Ja, und um genau diese "rein sachliche Ebene" sollte es, was das Design > und den Standard des Net betrifft, gehen. Alles Weitere sei nicht > verboten, ach was, aber off-Standard, Parerga, wie ich's oben schon mal > nannte. Deine Meinung sei Dir, ich sagte es schon, unbenommen -- allein, de.* kann nicht, will nicht das sein, was Du ersehnst. > > -- aber wenn's ans Eingemachte geht > Was ist denn *das* jetzt wieder - ich meine: Was soll DAbei wohl > 'rauskommen (außer eben vielleicht im Partnersuch&find-Spiel) außer > vertrödelter Zeit. Naja, bisschen Voyeursvergnügen, wenn's hoch kommt. Nö. Vielleicht eine handfeste, altmodische Freundschaft, so richtig mit Becsuch und Gegenbesuch, Kneipegehen und rotweingeschwängerten lauen Sommernächten auf'm Balkon. > Und ich Tor wünschte mir, im Net könnte es mal ANDERS sein, wenigstens > comme d'habitude. Satz mit x : War nix! Schön, daß Du's einsiehst. > > Wenn der sonst sehr angenehme M. in > > der täglich gelesenen Newsgroup X mal wieder von seinem > > Lieblingsthema D. anfängt, zu dem ich eine völlig andere > > Meinung habe, dann ist es gut -- für mich, für M. und für die > > anderen Teilnehmer von X --, wenn ich mich nicht wieder dazu > > äußere. Ich drücke zähneknischend auf N (nächstes Posting) > > und denk mir meinen Teil. > Wieso denn zähneknirschend? Thema D. ist für Dich, bezüglich M., ein > "erledigter Fall" - alles klar. Du hast Dich, so Dein Beispiel, ja schon > zu M.s D. geäußert. Kein Problem. Zweimal predigt der Pastor nicht. Eben. Was aber in Deinem fiktiven Netz völliger Anonymität und rein sachbezogener Diskussion so nicht funtionieren kann, eben weil ich M. nicht als den erkenne, mit dem ich D. schon totdiskutiert habe. Also würde ich wieder und wieder M. meine D.-bezüglichen Argumente darlegen -- ob ich's im Verlauf der Diskussion nun merke oder nicht: das ist zumindest ineffizient. > > Wenn ein ganz anderer X-Leser, etwa W., von D. anfängt, mag > > ich vielleicht schon mit ihm drüber reden -- seine Meinung mag > > mich interessieren, seine Argumente mich zum Nachdenken bringen > > oder umgekehrt. Genauso, wenn M. über K. redet. Und deswegen > > ist es sinnvoll, seine Gegenüber kennenlernen zu können. Und > > Pseudos sind dafür eben nicht gut (denn wer weiß, als was der > > morgen postet und ob nächste Woche ein anderer sein Pseudo > > tragen wird?). > Niemand weiß. Also auch Du nicht. Und DAran soll ein "Real"name etwas > ändern?? Er soll nicht, er tut. An ihm erkenne ich M. zuverlässig, auch in 20 Jahren noch. Erkenne ich Dich genauso zuverlässig an "knorko-mat"? Diese rhetorische Frage hast Du bereits abschlägig beantwortet. > Du weißt nun, worauf ich hinauswill bezüglich Netiquette-Design und > technischem Usenet-Standard. Du hast nun einige Argumente mehr, weshalb ich diese Utopie für nicht sinnvoll halte. Widerlege sie. > Anonymität (und natürlich auch: Verschlüsselung!) hat, ganz klar, ein > subversives Potential; weshalb die Macht&Gewalt auch einiges tut sie > aufzuladen mit Assoziationen, ja Konnotationen des Dunkelmännischen, > Hinterlistigen, Verbrecherischen und anderen bürgerlichen > Angstmaschinen: Schau Dir einmal an, wie es in einem Teil des > knorko-Threads jetzt zugeht: Da sind sie schon bei "Kinderpornographie" > angekommen!! Q.E.D. Abschließend noch eine Meldung vom Heise-Newsticker, die Dir gefallen müßte: World Wide Anarchy: Netz ohne Kontrolle (http://www.heise.de/newsticker/data/atr-27.04.00-000/) Ein Projekt des Briten Ian Clarke duerfte einigen Vertretern aus Industrie und Politik den Schweiss auf die Stirn treiben. Er betreibt den Aufbau eines parallelen Internets, in dem Zensur unmoeglich und Anonymitaet garantiert ist und sich die Verbreitung von Informationen selbst nach den Gesetzen der Nachfrage regelt. "Freenet(*) ist die fast perfekte Anarchie", behaupten dessen Erfinder. Nicht einmal sie selbst haetten die Moeglichkeit, Kontrolle ueber das gesamte System auszuueben. Clarke baut das Freenet aus der Ueberzeugung heraus auf, dass echte Demokratie den ungehinderten Zugang zu jeglicher Art von Informationen erfordert. Selbst pornographische oder rassistische Inhalte seien davon nicht ausgenommen. "Es ist unmoeglich, Kategorien von Inhalten zu bestimmen, bei denen eine Zensur unproblematisch ist." [...] Clarkes so genanntes Freenet besteht aus einer Vielzahl gleichberechtigter Knoten, an denen Informationen gespeichert sind. Eine spezielle Software erlaubt es jedem Nutzer, seinen Computer in das Netz einzubinden und damit beliebige Inhalte einzuspeisen. [...] Ein Knoten besteht sowohl aus Inhalten als auch aus verschluesselten Informationen darueber, wo eventuell andere Inhalte im Netz zu finden sind. Eine Anfrage durchlaeuft dann eine Anzahl von Knoten, die Aufschluss ueber den wirklichen Aufenthatltsort des gesuchten Materials geben koennten, bis dieser schliesslich erreicht ist. Das Material nimmt den gleichen Weg zurueck zum Empfaenger und wird zudem als Kopie fuer eine gewisse Zeit lokal an diesem Ort abgelegt, sodass die naechste identische Anfrage ohne Suchprozess auskommt. [...] Vielleicht wird Deine Utopie ja hier Realität? Spannend ist die Idee allemal, und ich stehe der Sache, soweit ich sie bis jetzt beurteilen kann, positiv gegenüber -- Surprise?! Bloß Usenet möge bleiben, wie es ist! Nichts spricht gegen den *zusätzlichen* Aufbau eines freien Netzes. Aber Vorhandenes, Bewährtes sollte dem nicht weichen müssen. Selbst eine neue Usenet-Hierarchie mit Remailerpflicht fände meine Unterstützung. Aber deswegen wäre ich in de.* nicht weniger pro RN als heute. MfG, Erik.